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MOVICOL®

Allgemeine Wirkweise der MOVICOL - Familie
MOVICOL® , MOVICOL® V sowie MOVICOL® Junior enthalten als arzneilich wirksamen Bestandteil Macrogol 3350, ein Polyethylenglykol (PEG) mit einem mittleren Molekulargewicht von 3350 Dalton. Seine ausgeprägte Wasserbindung erlaubt eine definierte, oral zugeführte Wassermenge in das Kolon zu schleusen. Es wird nur geringfügig – in klinisch nicht relevanter Menge - resorbiert und unterliegt keiner Metabolisierung. Eine Toleranzentwicklung tritt nicht auf. Dies sind die Unterschiede und zugleich Vorteile gegenüber klassischen osmotischen Laxanzien. MOVICOL® , MOVICOL® V sowie MOVICOL® Junior  enthalten als weitere arzneilich wirksame Bestandteile eine ausgewogene Kombination von Elektrolyten (Natriumchlorid, Natriumhydrogencarbonat, Kaliumchlorid). Nach Auflösung eines Beutels MOVICOL® in einer definierten Menge Wasser liegt eine iso-osmolare Trinklösung vor. Die MOVICOL® - Lösungen verursachen deshalb keine klinisch relevanten Verschiebungen im Wasser- und Elektrolythaushalt. Zur Behandlung der Koprostase bei Erwachsenen steht MOVICOL® V zur Verfügung. Es werden 8 Beutel in einem Liter Wasser aufgelöst und über einen Zeitraum von 6 Stunden getrunken, bei Bedarf kann dieser Vorgang an den zwei darauffolgenden Tagen wiederholt werden. MOVICOL® Junior  steht den Kindern ab dem 5. bis 11. Lebensjahr zur Behandlung der kindlichen Koprostase zur Verfügung.

Therapie der Koprostase bei Kindern und Erwachsenen
Jede chronische Obstipation kann unbehandelt in einer Koprostase (Kotstau) münden, wobei eine fehlende spontane Stuhlentleerung über mehrere Tage und der Nachweis von Kotsteinen im Abdomen bzw. Rektum typisch sind. Die Gabe von Klistieren und/oder digitales Ausräumen ist für die Patienten belastend und therapeutisch häufig unbefriedigend. Der Einsatz von MOVICOL® V und MOVICOL® Junior stellt eine wirksame, sichere und ambulant durchführbare Therapie bei Erwachsenen und Kindern dar. In einer offenen Studie (Culbert 1998) an 30 Erwachsenen konnte an maximal 3 aufeinanderfolgenden Tagen bei 97%  die Koprostase erfolgreich behandelt werden.

MOVICOL® V steht Jugendlichen ab dem 12. Lebensjahr zur Verfügung. In der internationalen Literatur sind eine Reihe von Publikationen in Bezug auf Wirksamkeit und Verträglichkeit ab dem 2. Lebensjahr veröffentlicht. Vincent et al. (2001) berichteten von einem Audit mit 30 Kindern im Alter von 2–15 Jahren. Bei 18 Kindern wurde mit Markern eine Verlängerung der gastrointestinalen Transitzeit verifiziert, bei 17 Kindern wurde die Koprostase röntgenologisch belegt. Die Tagesdosis wurde zunächst bis zum Auftreten wässriger Stühle gesteigert und täglich über einen Zeitraum von 12 Stunden verabreicht. Anschließend wurde die Dosis reduziert bis reguläre weiche Stühle vorhanden waren. Die erforderliche Beutelanzahl für jüngere Altersgruppen entnehmen Sie bitte der Fachinformation von MOVICOL® Junior.

Die Koprostase konnte mit diesem Regime bei allen Kindern ohne zusätzliche Anwendung von Einläufen und ohne digitale Ausräumung erfolgreich behandelt werden.

Eine weitere offene Studie (Candy 2002) untersuchte die Wirksamkeit und Verträglichkeit von MOVICOL® Junior bei 46 Kindern die zur Akutbehandlung einer Koprostase stationär aufgenommen wurden. Eine vollständige Beseitigung der Symptomatik der Koprostase konnte bei 18 jüngeren Kindern im Alter zwischen 2 und 4 Jahren in 90%, bei den 24 älteren Kindern im Alter zwischen 5 und 11 Jahren in 100% erreicht werden. Die maximale Tagesdosis betrug 4 bzw. 6 Beutel. Die Anwendungsdauer lag zwischen 3 und 7 Tagen (Median: 6 Tage). Zwei Tage nach Beseitigung der Koprostase ergaben sich in keinem Fall klinisch bedeutsame Elektrolytveränderungen im Serum oder Urin.