Eisenmangel & Eisenmangelanämie

Warum braucht der Mensch Eisen?

Eisen ist ein lebenswichtiges Spurenelement: Es wird in nahezu jeder Zelle des Körpers benötigt. Darüber hinaus ist es als elementarer Bestandteil vieler Enzyme an den meisten Stoffwechselvorgängen beteiligt. Eisen muss mit der Nahrung aufgenommen werden, da es vom menschlichen Organismus nicht selbst hergestellt werden kann. Das Eisen wird über den oberen Dünndarm in den Körper aufgenommen,1 bevor es an das Protein Transferrin bindet und über das Blut durch den Körper transportiert wird. Der Großteil des Eisens gelangt ins Knochenmark und wird dort zu Hämoglobin verarbeitet.1 Hämoglobin bindet den Sauerstoff im Blut und transportiert ihn durch den gesamten Körper – dorthin wo er gebraucht wird.2 Ohne Eisen wäre also die Versorgung von Organen und Gewebe mit Sauerstoff nicht möglich. Überschüssiges Eisen wird für den späteren Bedarf mit Hilfe des Proteins Ferritin als sog. Speichereisen in Gewebezellen gespeichert.3

Was ist Eisenmangel?

Als Eisenmangel bezeichnet man den Zustand, wenn nicht genügend Eisen verfügbar ist, um die Bedürfnisse des Körpers zu decken.4 Eisenmangel wirkt sich auf den ganzen Organismus aus und ist die Ursache vieler klinischer Symptome und Befunde, die nahezu jedes medizinische Fachgebiet betreffen können. Liegt der Hämoglobin(Hb)-Wert bei Frauen unter 12g/dL und bei Männern unter 13g/dL, besteht laut Weltgesundheitsorganisation ein Eisenmangel.5

 

Wann spricht man von Eisenmangelanämie?

Eine Eisenmangelanämie ist das letzte Stadium eines Eisenmangels. Die Eisenmangelanämie selbst ist definiert durch die Verminderung der Hämoglobinkonzentration im Blut unterhalb der Altersnorm. Die Eisenmangelanämie selbst ist definiert durch die Verminderung der Hämoglobinkonzentration im Blut unterhalb der Altersnorm. Die Eisenmangelanämie selbst ist definiert durch die Verminderung der Hämoglobinkonzentration im Blut unterhalb der Altersnorm. Die Eisenmangelanämie selbst ist definiert durch die Verminderung der Hämoglobinkonzentration im Blut unterhalb der Altersnorm. Die Eisenmangelanämie selbst ist definiert durch die Verminderung der Hämoglobinkonzentration im Blut unterhalb der Altersnorm. Die Eisenmangelanämie selbst ist definiert durch die Verminderung der Hämoglobinkonzentration im Blut unterhalb der Altersnorm.Durch diesen fehlt dem menschlichen Organismus das notwendige Eisen, um rote Blutkörperchen (Erythrozyten) zu bilden.4 Wird der Eisenmangel nicht behoben, sinkt die Menge der roten Blutkörperchen auf Dauer unter den Normwert6 – man spricht von einer Eisenmangelanämie. Als Folge ist vor allem der Sauerstofftransport zu Organen und Geweben eingeschränkt.4

 

Wie viele Menschen sind betroffen?

Eisenmangel ist mit rund zwei Milliarden Erkrankten weltweit die häufigste Mangelerkrankung und für etwa die Hälfte aller Anämien, also Blutarmut, verantwortlich.6 In der europäischen Bevölkerung liegt die Prävalenz etwa bei 5-10%, bei Frauen im gebärfähigen Alter bei ca. 20%.6 Aktuelle Daten zur Häufigkeit einer Eisenmangelanämie in Deutschland gibt es nicht.

 

Wie entsteht Eisenmangel?

Ein Eisenmangel entsteht, wenn der menschliche Organismus mehr Eisen benötigt, als er aktuell zur Verfügung hat. Mögliche Ursachen sind eine unzureichende Eisenzufuhr mit der Nahrung, ein erhöhter Bedarf oder übermäßiger Verlust des Eisens.4 Zu den häufigsten Gründen für Eisenmangel zählen daher Mangelernährung oder Blutungen.7 Besonders chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa verursachen wiederholte Blutungen in der geschwollenen Darmschleimhaut. Dadurch verliert der Körper im Blut gespeichertes Eisen.7

Eine zentrale Rolle bei der Regulation der Eisenaufnahme aus der Nahrung spielt ein in der Leber gebildetes Peptidhormon, das Hepcidin. Hepcidin reduziert durch Herabregulierung des DMT-1 die Eisenaufnahme in die Enterozyten und bremst durch Internalisierung und Degradation des Eisenkanals Ferroportin 1 die Eisenfreisetzung aus den Enterozyten ins portale Blut. Die Produktion und Freisetzung von Hepcidin wird durch Transferrinrezeptoren (TfR1 und TfR2), das Hereditäre-Hämochromatose-Protein (HFE) und Hämojuvelin beeinflusst.

Bei einem Eisenmangel, einer Anämie oder Hypoxie wird die Hepcidinproduktion in der Leber vermindert, um die Eisenaufnahme im Darm zu steigern. Außerdem wird die Expression von DMT-1, DCYTB, Hephästin, Ferroportin 1 und HCP1 in den Enterozyten hochreguliert, um eine höhere Resorption von Eisen zu ermöglichen.

 

Eine weitere Grunderkrankung, die zu Eisenmangel führen kann, ist eine chronische Nierenerkrankung. Häufig ist die Bildung des Hormons Erythropoetin, das in der Niere gebildet wird und die Blutbildung im Knochenmark anregt, stark vermindert. Aber auch starke und langanhaltende Monatsblutungen können einen Eisenmangel verursachen. Weitere Auslöser können ein erhöhter Eisenbedarf des Körpers in der Wachstumsphase oder während einer Schwangerschaft sein.7 können auch genetische Faktoren eine Rolle spielen.8

 

 

Wie macht sich Eisenmangel bemerkbar?

Die Art der Symptome und deren Ausprägung sind abhängig davon, wie schnell und wie schwerwiegend sich der Eisenmangel ausbildet. Die Erkrankung kann mit folgenden Symptomen einhergehen:

Kopf: Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Gedächtnis- oder Konzentrationsstörungen, Depressionen9,10

Herz: spürbarer Herzschlag (Palpitationen), schneller Herzschlag9,10

Atemwege: Kurzatmigkeit bei körperlicher Belastung10

Magen und Darm: Durchfall, Verstopfung, Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, Appetitlosigkeit (Anorexie)9,10

Fortp­flanzungssystem: Menstruationsprobleme, Impotenz beim Mann, vermindertes sexuelles Interesse9,10

Kreislaufsystem: Blässe; Kribbeln in Beinen, Händen oder Füßen; niedrige Körpertemperatur9,10

Sonstige: Erschöpfung, eingeschränkte körperliche Belastungsfähigkeit, Schwäche, Gewichtsverlust, verminderte Abwehrkräfte gegenüber Krankheit und Infektionen9,10

 

Wie wird Eisenmangel festgestellt?

Bei Verdacht auf Eisenmangel wird Patienten Blut abgenommen und im Labor untersucht. Die Ergebnisse liegen dann in der Regel nach etwa einer Woche vor. Aufgrund der Dabei werden je nach Schwere des Eisenmangels drei Stadien unterschieden: In Stadium I sind die Eisenspeicher zu teilen entleert, das vorhandene Eisen reicht aber noch für die Herstellung roter Blutkörperchen (Erythropoese). In Stadium II reicht das Eisen nicht mehr aus, damit im Knochenmark neue rote Blutkörperchen entstehen können. Die Werte für das Hämoglobin – wichtig für den Sauerstofftransport – liegen aber noch im normalen Bereich. Erst wenn dieser Bereich unterschritten wird, liegt Stadium III vor – eine Eisenmangelanämie.5

 

Wie wird Eisenmangel behandelt?

Das Ziel der Eisenmangel-Therapie ist, den Eisenspiegel im Körper und damit die Hämoglobinkonzentration wieder zu normalisieren.11 Die Therapie besteht aus zwei Maßnahmen, die in der Regel parallel eingeleitet werden:

– Die Ursache des Eisenmangels wird behoben, etwa indem eine Therapie der Grunderkrankung eingeleitet wird (z.B. chronisch entzündliche Darmerkrankungen).

– Eisen wird als Medikament verabreicht.12 Abhängig von der Grunderkrankung kann ein Eisenmangel nach der erfolgreichen Behandlung jedoch erneut auftreten.

 

Eisenmedikamente können i.v. oder oral gegeben werden. Viele Eisentabletten enthalten zweiwertiges Eisen (Eisen-II), das zum Transport mit Salzmolekülen verbunden wird. Bei diesen Eisen-II-Salzen löst sich das Eisen jedoch schon häufig im Verdauungstrakt, bevor es an der richtigen Stelle zur Aufnahme im Darm angekommen ist. Die Folge können Nebenwirkungen wie Blähungen, Durchfall oder Bauchschmerzen sein.13,14 Es gibt aber auch Kapseln mit dreiwertigem Eisen (Eisen-III), das zum Transport mit Maltol-Molekülen statt mit Salz verbunden wird. Dies wird in der Regel besser vertragen5,15, da das Eisen bis zur Aufnahme im Darm fest gebunden bleibt und so Nebenwirkungen minimiert werden. Eine weitere Möglichkeit ist Eisen-III zu spritzen, was bei aller Effektivität aber auch sehr aufwändig ist.

  

 

 

Quellen
1AbbaspourN et al. J Res MedSci2014; 19: 164–74.
2Pittman RN. Kapitel 4: Oxygen Transport. In: Regulation of Tissue Oxygenation. San Rafael (CA): Morgan & Claypool Life Sciences, 2011.
3Wallace Clin Biochem Rev. 2016 May; 37(2): 51–62.
4Cappellini MD et al. Am J Hematol 2017; 92: 1068–78.
5Schmidt C et al. Aliment Pharmacol Ther 2016; 44: 259–70.
6World Health Organization. Iron Deficiency Anaemia: Assessment, Prevention and Control. A Guide for Programme Managers. WHO/NHD/01.3. World Health Organization, 2001.
7Goddard AF et al. Gut. 2011 Oct;60(10):1309-16.
8J Res Med Sci. 2014; 19: 164–74.
9KaithaS, et al. World J Gastrointest Pathophysiol2015;6:62–72.
10NeilsenOH, et al. Medicine (Baltimore)2015;94:e963.3.
11Dignass AU, et al. J Crohns Colitis2015;9:211–22.
12Preiß JC, et al. Z Gastroenterol2014;52:1431–84.
13Singh S et al. Anal Biochem 1988; 171: 47–54.
14Singh RK et al. J Pharm Pharmacol 1990; 42: 276–79.
15Gasche C et al. Inflamm Bowel Dis 2015; 21: 579-88.